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Mit dem Teslamobil in die Noosphäre(n)

In Das Imaginäre, Das Symbolische on Juli 30, 2008 at 12:49

TU und GOR diskutieren heute was der Namensgeber des neuesten Elektro-Autos (Nikola Tesla) mit Dotcom-Imperien, Drahtlosigkeit und der Noosphäre zu tun haben könnte.

LINK: Tesla Roadster – Stromschlag für Europa (Tom Grünweg, Spiegel, 30.07. 2008)

GOR: Interessanterweise haben die ganzen Dotcom-Imperien (Google, Ebay, Paypal) da ihre Finger mit im Spiel – als Investoren der Firma „Tesla Motors“. Der Tesla Roadster ist quasi ein „Syllicon Valley Auto“, wenn man so möchte. Der serbische Erfinder Nikola Tesla (1856 – 1943) ist ja so was wie der neue Guru der ganzen dotcom Ökos, Visionäre und Alternativen Amerikas. Langfristig gesehen werden Teslas Ideen und Innovationen fürs 21. Jahrhundert in etwa die Rolle spielen, die Newton fürs 19. Jahrhundert gespielt hat. Er war ja der Vordenker alternativer Energien, drahtloser Elektrizität und der Nutzbarmachung von Naturkräften (Niagara Wasserkraftwerk).

TU: LINK: Prestige – Meister der Magie (Wiki)

GOR: Ja den Film hab ich gesehen. Da wird Tesla von David Bowie gespielt. Das Radio hat er ja auch erfunden, noch vor Marconi. (LINK: Links zum Buch „Globale Medienkultur“ von Frank Hartmann). Man könnte ihn also als Pionier der kabellosen Gesellschaft bezeichnen (—>siehe Link unter „wireless“), womit wir wieder bei Teilhard de Chardin und der Noosphäre wären.

TU: Warum wollen alle eigentlich immer wireless sein?

GOR: Vielleicht wegen dem Kabelsalat.

TU: Aber was spricht gegen Kabel (=Mutter)?

GOR: Ja, das könnte man als eine Art Abnabelung betrachten. Falls die Pipeline sozusagen „teslamässig“ mit Elektrizität/Energie aus der Erdatmosphäre ersetz wird, wäre das ja nicht nur im Bezug auf Kommunikation, sondern auch im Bezug auf Energieversorgung eine Entwicklung von Nabeln (Röhren) zur Unsichtbarkeit (Wireless).

TU: Also weg von der Mutter, aber wohin dann ?

Lisa Parks : To think about satellites and the unconscious is interesting, but I haven’t developed any work along those lines. I think it’s intriguing to think about satellites as metaphors for a collective mirror stage, but such propositions would need to be worked through more carefully. Maybe we need a conference on satellites, culture and power to begin to collectively addressing some of these questions.

LINK: Aus: “Out there: Exploring Satelite Awareness”. Interview with Lisa Parks

GOR: “Mirror Stage“, also das Lacansche Spiegelstadium das Parks hier erwähnt, wäre eher das Gegenteil, also keine Abnabelung durch wireless (Sateliten), sondern zurück zur Mutter, da ja das Imaginäre VOR der Abnabelung von der Mutter identitätsstiftend wirkt. Allerdings finde ich Kabel eher ne Metapher für Vernabelung und Sateliten, TV und Radio haben doch eher was von der Lacanschen „Symbolischen Ordnung“, im Sinne von Abnabelung. Hier kommen wir so nicht weiter finde ich.

TU: Satelliten, und damit: Medien, schaffen also Absenzen, Zwischenräume, so verstehe ich das. Bei wireless, usw. stellt sich auch die Frage: WER ist die Mutter? Vielleicht ist ja in diesem Fall der Weltraum (=open space) die Mutter?

GOR: Also für mich bedeutet Mutter ohne jeglichen Zweifel in diesem Diskurs „Mutter Erde“. Ich finde unsere Diskussion ist eigentlich eine Art Fortsetzung unseres Globalisierungs/Sphären- (siehe: Vom Saulus zum Globus) und Noosphären-Dialogs (siehe: Hardware der Noosphäre). Diese Verbindung zwischen Sloterdijk und de Chardin ist uns übrigens noch gar nicht aufgefallen: Sphäre-Noosphäre. „A Globe clothing itself with a brain“: einerseits ist das Internet ein Kabel-Brain, die Sateliten gehen eher schon in Richtung drahtloses Noosphären-brain.

TU: Vielleicht kommen wir erst jetzt, hundert Jahre nach Nietzsche, ins Zeitalter des Nihilismus, buchstäblich verstanden, in dem es mehr und mehr darum geht, das Nichts zu erobern und zu strukturieren.